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Transplantation

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Organspende rettet Leben

 

 

 

 

 

 

 

 

Verhalten
Hier werden Euch  wichtige Verhaltensregeln vor und nach Transplantation vorgestellt.
Vor der Transplantation:
Nachdem die Ärzte die Notwendigkeit einer Transplantation beschlossen haben und Sie Ihr Einwilligung dazu geben haben kommt man bei Eurotransplant auf die Warteliste. Je nach benötigten Organ und der eigenen Blutgruppe kann bis zur Operation viel Zeit vergehen. In dieser Zeit ist es wichtig die Funktion des beschädigten Organs möglichst stabil zu halten. Man sollt die Anweisungen des Transplantationszentrum stets sorgsam nachkommen. Alle notwendigen Voruntersuchungen sollten gewissenhaft und pünktlich durchgeführt werden. Auf alle Fälle sollte man alle notwendigen Impfungen auffrischen. Zusätzlich sollte man sich gegen Pneumokokken und Hepatitis B (bezahlt in diesem Fall die Krankenkase) impfen. Zu bedenken ist, dass nach einer Transplantation die Immunabwehr herabgesetzt wird und man allgemein auf Impfstoff schlechter die notwendigen Antikörper aufbaut. Je nach körperlicher Verfassung durch die Grunderkrankung sollte man sich ausgewogen (nur was der Arzt auch erlaubt) und viel Sport machen. Je konditionell besser man zur Transplantation kommt, desto besser ist die Erwartung auf einen möglichst geringeren und unkomplizierteren stationären Aufenthalt. Wichtig ist es die Angehörigen und Freunde mit der ganzen Geschichte vertraut zu machen. Meistens sind es nach die Angehörigen die mit möglichen Situationen vor, bei und nach der Transplantation nicht fertig werden. Wer will kann sich auch von Selbsthilfegruppen Rat einholen. Für viele ist es nicht einfach eine  Organspende eines anderen anzunehmen, weil Sie wissen das es ein Organ eines bereits verstorbenen Menschen ist. Auch hier können Ärzte und Selbsthilfegruppe psychologisch helfen.

Die Voruntersuchungen sind sehr wichtig um Größe, Gewebeart und Blutgruppe von Spender und Empfänger zu vergleichen. Ebenfalls wird festgestellt ob man überhaupt eine Transplantation erfolgreich bestehen kann. Mögliche Risiken (Tumore, Infektion, Gefäßverengungen und anderes) können dabei festgestellt. Wenn eine zu starke Kontraindikation vorliegt kann es passieren, dass die Ärzte von einer Transplantation wegen der möglichen Gefahren Abstand nehmen.

 

Transplantation:
In der Regel muss man 2 oder 3 Tage auf der Intensivstation bleiben, bis sichergestellt ist, dass die neue Leber, aber auch alle anderen Organe, gut funktionieren. Wenn alles gut verläuft kommt man anschließend auf Normalstation. Wie nach jeder anderen Operation beginnt langsam wieder der Kostaufbau. Aufpassen sollte man auf den Blutzuckerspiegel nach der Transplantation und rohes Obst und Gemüse sollte erstmal vermieden werden. Man sollte sich schon möglichst frühzeitig bewegen und aus dem Bett aufstehen, desto geringer ist die Thrombosegefahr und die Gefahr einer Lungenentzündung. Wichtig: man sollte die vielen Medikamente, die man nach Transplantation erhält regelmäßig einnehmen. Die Einnahme von Immunsuppression ist überlebenswichtig. Nach erfolgreicher Op und Krankenhausaufenthalt sollte man eine Rehabilitation in einer Leberklinik durchführen. Es ist fast normal das jeder Patient nach Transplantation irgent welche Probleme hat, die man aber sehr gut beheben kann.

Hier die wichtigsten Komplikationen nach TX:

Primäres Transplantatversagen

Nachbluten

Infektionen

Abstoßungsreaktionen

Primäres Transplantatversagen

Bei weniger als 5% der Patienten kommt es vor, dass das neue Organ nach der Transplantation nicht regelrecht funktioniert und eine zweite Transplantation durchgeführt werden muss. Innerhalb von 2-3 Tagen wird von Eurotransplant ein anderes Organ zur Verfügung gestellt.

Nachbluten:

Da bei der Entnahme des kranken Organs viele Blutgefäße durchgetrennt werden müssen, kann es manchmal passieren, dass es nach Op zu inneren Blutungen kommt. Durch eine kurze Op ist das Problem dann aber schnell behoben.

Infektionen:

Durch Medikamente, die man erhält, um die Abwehr herabzusetzen, kann der Körper nach Transplanation sehr viel schneller eine Infektion bekommen. Durch Blutuntersuchungen und Wundabstriche wird eine sich entwickelnde Infektion frühzeitig festgestellt und ggf. sofort mit Antibiotika behandelt. Damit möglichst wenig Keime von außen zu Einem gelangen, werden Ärzte und Schwestern in der ersten zeit nach Op nur mit Schutzkitteln und evtl. Mundschutz ins Zimmer kommen. Da trifft auch für die Angehörigen zu. Ungefähr nach 4-12 Wochen nach Transplantation kommt es bei einigen Patienten zum Auftreten einer Zytomegalie-Infektion (CMV)! Diese Virusinfektion äußert sich wie eine normale Grippe mit Fieber, Gelenkschmerzen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Man sollte sobald man solche Anzeichen bei sich sieht schnellstmöglich den Arzt informieren. Damit der Virus das neue Organ nicht befällt, muss man schnell behandelt werden. Es wird in de Regel ein CMV early Antigen-Test durchgeführt. Mit Medikamente (Cymeven) wird diese Infektion (anfangs intravenös) sehr gut behandelt.

Abstoßunsreaktionen:

Ungefähr 25%- 50% aller Patienten entwickeln nach Transplantation innerhalb der ersten 6 Monate eine Abstoßungsreaktion. Mit Medikamenten heilen diese aber folgenlos aus. Meist wird eine solche Abstoßungsreaktion durch Anstieg bestimmter Blutwerte diagnostiziert, bevor überhaupt irgendwelche Beschwerden auftreten. Es kann aber oft auch Fieber auftreten. Auch viele Jahre nach Transplantation sollte man seine Medikamente regelmäßig einnehmen, da auch dann noch eine Abstoßung auftreten kann und man das Organ dadurch verlieren kann. Neben akuten Abstoßungen gibt es leider auch chronische Abstoßungen. Diese treten zum Glück nur sehr selten auf. Sind aber viel schlimmer und schwerer zu behandeln. Sie führen zu dauerhaften Schädigungen und führen meist nach 1-2 Jahren zu einer Re-Transplantation.

 

Nach der Transplantation
Wenn die Transplantation und der Krankenaufenthalt normal verlaufen, wird man nach ungefähr 4 Wochen entlassen. Die eigentliche Genesung dauert aber selbstverständlich noch einige Wochen oder Monate.

Die Anschlußheilbehandlung:

Die Transplantation ist eine sehr große Op. Hinzu kommt, dass man zum Zeitpunkt der Transplantation sehr schwer krank war. Man benötigt daher sehr viel Zeit und Ruhe, um wieder vollständig zu Kräften zu kommen. und sein "normales Leben" wieder aufnehmen zu können. Eine Kur wäre deshalb angebracht. Hier können die Blutwerte mehrmals wöchentlich überwacht werden. Zusätzlich kann man durch Krankengymnastik wieder mit dem Muskelaufbau beginnen.

Nachuntersuchungen:

Nach der Transplantation müssen unbedingt regelmäßig Blutkontrollen und Nachuntersuchungen erfolgen, um Abstoßungsreaktionen, Durchblutungsstörungen des Transplantats oder Infektionen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die größte Gefahr einer Komplikation besteht in den ersten 3 Monaten. Aber auch nachher sollten engmaschig Kontrollen erfolgen.

Ratschläge für die Zeit nach Transplantation:

Beschwerden, bei denen man einen Arzt aufsuchen sollte:

Fieber über 38 Grad über 24 Stunden

Erkältungs- oder Grippe-ähnliche Symptome

Schmerzen im Bauch

Erbrechen oder Durchfall, so dass die Medikamente nicht zuverlässig in die Blutbahn gelangen

Wassereinlagerung in den Beinen oder im Bauch

Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen

Gelbfärbung der Augen oder der Haut

Tägliche Aufzeichnung:

In den ersten 3 Monaten ist zu empfehlen, täglich morgens Fieber zu messen und sich zu wiegen. Eventuell sollten öfters Blutzucker und Blutdruck gemessen werden.

Regelmässige Körperpflege:

Eine sorgfältige Körperhygiene ist in der ersten Zeit nach der Transplantation sehr wichtig. Sobald alle Drainagen entfernt und die Fäden gezogen sind, kann man wieder täglich duschen. Wenn die Narbe vollständig verheilt ist kann man wieder ein Bad nehmen. Nach Baden und Duschen sollte man die Haut mit einer Fettcreme versorgen. Unterwäsche und Strümpfe täglich wechseln, um Pilzinfektion zu vermeiden.  Da Cyclosporin zu Zahnfleischschwellungen führen kann, emphielt sich die Benutzung einer weichen Zahnbürste.

Haustiere:

Man sollte möglichst keine Katzen oder Papageien als Haustiere halten. Katzen können Toxoplasmose über Ihren Kot übertragen. Papageien eine besonders schwere Form einer Lungenentzündung (Psittakose). Auch andere Tiere sollten möglich mit genügend hygienischer Vorsicht gehalten werden.

Pflanzen:

Grundsätzlich gibt es keine Beschränkungen. Allerdings kann sich auf Blumenerde ein Pilz, der sogenannte Aspergillus, sichtbar als weißlicher Belag, ausbilden. man sollte daher Zimmerpflanzen nicht umtopfen, oder wenn dies unbedingt notwendig, einen Mundschutz tragen. Hydrokulturen wäre eine bessere Alternative zu Blumenerde.

Impfungen:

Vor der Transplanatation ist eine Hepatitis-B Impfung empfehlenswert, da das Hepatitis B Virus über Blutprodukte übertragen werden kann, die meist während der Operation verabreicht werden müssen. Wegen der Gefahr einer Lungeendzündung ist einen Pneumokokkenimpfung zu empfehlen. Nach der Transplantation können ale auf einen Tot-Impfstoff basierende Impfungen durchgeführt werden. z.B: Grippe-, Hepatitis  A, Hepatitis B, Diphtherie- und Tetanus- Schutzimpfung. Auf keinen Fall dürfen aber sogenannte Lebendimpfstoffe verwendet werden. Auch alle im Haushalt lebende Personen sollte möglichst ausreichend Impfschutz haben.

Kontakt zu Kleinkindern:

Es besteht keine Gefahr, aber man sollte unbedingt den Kontakt zu Kleinkindern verhindern, wenn diese eine ansteckende Kinderkrankheit besitzen.

Sportliche Aktivitäten:

Bewegung und leichter Sport sind grundsätzlich gut, da die Muskulatur wieder schneller aufgebaut wird. Allerdings sollte man in den ersten 3 Monate alle Übungen vermeiden, die die Bauchmuskulatur beanspruchen, da sonst das Risiko besteht, dass sich eine Narbenhernie ausbildet. Auch das Heben von scheren Gegenständen sollte vermieden werden. Wandern und Fahrrad fahren sind sehr erwünscht genauso wie Schwimme, allerdings erst nach 6 Monaten. In Schwimmbäder besteht eine Infektionsgefahr durch Pilze und Schlucken von Wasser. Meereswasser ist bakteriell unbedenklicher.

Ernährung:

Es ist keine besondere Diät notwendig. Durch Cyclosporin und Kortison kann das Gewicht sehr stark zunehmen. Daher sollte man auf Übergewicht achten!  Es besteht ein erhöhtes Risiko einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und zu hohen Cholesterinspiegel. Alkohol und Nikotin sollten auch gemieden werden. Frisches Obst und Gemüse sind gesund, aber unbedingt gründlich waschen bzw. wenn möglich schälen. Um die Nieren zu entlasten sollte auch sehr viel Flüssigkeit getrunken werden.

Sexualleben und Kinderwunsch:

Es gibt nur einige Einschränkungen, die man beachten sollte. Durch eine Lebererkrankung eingeschränkte Sexualfunktion wird nach Transplantation wieder normalisieren. Die kann jedoch möglicherweise bis zu einem Jahr dauern. Frauen bekommen ungefähr 6 Monate nach Transplantation wieder einen normalen Zyklus und eine regelmäßige Regelblutung. Eine Schwangerschaft sollte im ersten Jahr nach Transplantation unbedingt vermieden werden. Eine Schwangerschaft danach sollte wegen der vielen Risiken mit einem Arzt besprochen werden. Falls man kein Kind wünscht ist eine sichere Empfängnisverhütung wichtig! Da die "Pille" Leberschäden verursachen kann, ist im Prinzip von der Einnahme abzuraten. Auch eine Spirale ist nicht ganz unproblematisch, da ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterentzündungen besteht. Am günstigsten ist somit, das Kondom zu benutzen.

Einnahme von Medikamenten:

Nur Medikamente verwenden, die der Arzt auch verordnet hat. Viele Medikamente verändern den Cyclosporin A Spiegel im Blut. Damit besthet eine Gefahr der Überdosierung und einer Abstoßung. Da viele Hausärzte dies nicht im Detail wissen, sollte man in der Transplantationsambulanz der jeweiligen Klinik anrufen.

Reisen:

Ab 6 bis 12 Monate nach der Transplantation kann man einen 2 bis 3 wöchigen Urlaub planen. Bei der Wahl sollte man möglichst auf guten hygienischen Standard in den Reiseländern achten. Entwicklungsländer sollten gemieden werden.

Ratschläge für die Reise:

Mitnahme der Medikamente

Telefonnummer, unter der man seinen Arzt erreichen kann

Medikamente gegen Durchfall oder Übelkeit

Meiden von Sonne und Benutzung von Sonnencremes mit hohem Lichschutzfaktor

Impfungen

Veränderung des Sehvermögens:

Oft ändert sich nach Transplantation die Sehschärfe, so dass eine neue Brille notwendig ist. Man sollte aber noch 3- 6 Monate warten, weil durch Medikamente die Sehschärfe sich noch in dieser Zeit ändern kann. Durch Kortisonpräparate kann ein Grüner Star (Glaukom) oder Grauer Star (Katarakt) kommen. Empfehlenswert sind deshalb regelmäßige Augenarztkontrollen mit Augeninnendruckmessungen.

Besuche beim Zahnarzt:

Bei Ihrem Zahnarzt sollte man sich zu regelmäßigen Kontrollen und Reinigung der Zahnzwischenräumen vorstellen. Vor Ziehen eines Zahnes ist eine dreitägige Gabe von Antibiotika sinnvoll, beginnend einen Tag vor der Behandlung.

 

 

Leber nach LTX
Vereinter Gallengang von Spender und Empfänger, vereinte Leberarterie, T-Drain im Gallengang.

 

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