Wenn die Transplantation und der
Krankenaufenthalt normal verlaufen, wird man nach ungefähr 4 Wochen
entlassen. Die eigentliche Genesung dauert aber selbstverständlich noch
einige Wochen oder Monate.
Die Anschlußheilbehandlung:
Die Transplantation ist eine sehr große Op.
Hinzu kommt, dass man zum Zeitpunkt der Transplantation sehr schwer
krank war. Man benötigt daher sehr viel Zeit und Ruhe, um wieder
vollständig zu Kräften zu kommen. und sein "normales Leben"
wieder aufnehmen zu können. Eine Kur wäre deshalb angebracht. Hier
können die Blutwerte mehrmals wöchentlich überwacht werden.
Zusätzlich kann man durch Krankengymnastik wieder mit dem Muskelaufbau
beginnen.
Nachuntersuchungen:
Nach der Transplantation müssen unbedingt
regelmäßig Blutkontrollen und Nachuntersuchungen erfolgen, um
Abstoßungsreaktionen, Durchblutungsstörungen des Transplantats oder
Infektionen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die größte
Gefahr einer Komplikation besteht in den ersten 3 Monaten. Aber auch
nachher sollten engmaschig Kontrollen erfolgen.
Ratschläge für die Zeit nach
Transplantation:
Beschwerden, bei denen man einen Arzt aufsuchen
sollte:
Fieber über
38 Grad über 24 Stunden
Erkältungs-
oder Grippe-ähnliche Symptome
Schmerzen im
Bauch
Erbrechen
oder Durchfall, so dass die Medikamente nicht zuverlässig in die
Blutbahn gelangen
Wassereinlagerung
in den Beinen oder im Bauch
Brennen und
Schmerzen beim Wasserlassen
Gelbfärbung
der Augen oder der Haut
Tägliche Aufzeichnung:
In den ersten 3 Monaten ist zu empfehlen,
täglich morgens Fieber zu messen und sich zu wiegen. Eventuell sollten
öfters Blutzucker und Blutdruck gemessen werden.
Regelmässige Körperpflege:
Eine sorgfältige Körperhygiene ist in der
ersten Zeit nach der Transplantation sehr wichtig. Sobald alle Drainagen
entfernt und die Fäden gezogen sind, kann man wieder täglich duschen.
Wenn die Narbe vollständig verheilt ist kann man wieder ein Bad nehmen.
Nach Baden und Duschen sollte man die Haut mit einer Fettcreme
versorgen. Unterwäsche und Strümpfe täglich wechseln, um
Pilzinfektion zu vermeiden. Da Cyclosporin zu
Zahnfleischschwellungen führen kann, emphielt sich die Benutzung einer
weichen Zahnbürste.
Haustiere:
Man sollte möglichst keine Katzen oder
Papageien als Haustiere halten. Katzen können Toxoplasmose über Ihren
Kot übertragen. Papageien eine besonders schwere Form einer
Lungenentzündung (Psittakose). Auch andere Tiere sollten möglich mit
genügend hygienischer Vorsicht gehalten werden.
Pflanzen:
Grundsätzlich gibt es keine Beschränkungen.
Allerdings kann sich auf Blumenerde ein Pilz, der sogenannte Aspergillus,
sichtbar als weißlicher Belag, ausbilden. man sollte daher
Zimmerpflanzen nicht umtopfen, oder wenn dies unbedingt notwendig, einen
Mundschutz tragen. Hydrokulturen wäre eine bessere Alternative zu
Blumenerde.
Impfungen:
Vor der Transplanatation ist eine Hepatitis-B
Impfung empfehlenswert, da das Hepatitis B Virus über Blutprodukte
übertragen werden kann, die meist während der Operation verabreicht
werden müssen. Wegen der Gefahr einer Lungeendzündung ist einen
Pneumokokkenimpfung zu empfehlen. Nach der Transplantation können ale
auf einen Tot-Impfstoff basierende Impfungen durchgeführt werden. z.B:
Grippe-, Hepatitis A, Hepatitis B, Diphtherie- und Tetanus-
Schutzimpfung. Auf keinen Fall dürfen aber sogenannte Lebendimpfstoffe
verwendet werden. Auch alle im Haushalt lebende Personen sollte
möglichst ausreichend Impfschutz haben.
Kontakt zu Kleinkindern:
Es besteht keine Gefahr, aber man sollte
unbedingt den Kontakt zu Kleinkindern verhindern, wenn diese eine
ansteckende Kinderkrankheit besitzen.
Sportliche Aktivitäten:
Bewegung und leichter Sport sind grundsätzlich
gut, da die Muskulatur wieder schneller aufgebaut wird. Allerdings
sollte man in den ersten 3 Monate alle Übungen vermeiden, die die
Bauchmuskulatur beanspruchen, da sonst das Risiko besteht, dass sich
eine Narbenhernie ausbildet. Auch das Heben von scheren Gegenständen
sollte vermieden werden. Wandern und Fahrrad fahren sind sehr erwünscht
genauso wie Schwimme, allerdings erst nach 6 Monaten. In Schwimmbäder
besteht eine Infektionsgefahr durch Pilze und Schlucken von Wasser.
Meereswasser ist bakteriell unbedenklicher.
Ernährung:
Es ist keine besondere Diät notwendig. Durch
Cyclosporin und Kortison kann das Gewicht sehr stark zunehmen. Daher
sollte man auf Übergewicht achten! Es besteht ein erhöhtes
Risiko einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und zu hohen
Cholesterinspiegel. Alkohol und Nikotin sollten auch gemieden werden.
Frisches Obst und Gemüse sind gesund, aber unbedingt gründlich waschen
bzw. wenn möglich schälen. Um die Nieren zu entlasten sollte auch sehr
viel Flüssigkeit getrunken werden.
Sexualleben und Kinderwunsch:
Es gibt nur einige Einschränkungen, die man
beachten sollte. Durch eine Lebererkrankung eingeschränkte
Sexualfunktion wird nach Transplantation wieder normalisieren. Die kann
jedoch möglicherweise bis zu einem Jahr dauern. Frauen bekommen
ungefähr 6 Monate nach Transplantation wieder einen normalen Zyklus und
eine regelmäßige Regelblutung. Eine Schwangerschaft sollte im ersten
Jahr nach Transplantation unbedingt vermieden werden. Eine
Schwangerschaft danach sollte wegen der vielen Risiken mit einem Arzt
besprochen werden. Falls man kein Kind wünscht ist eine sichere
Empfängnisverhütung wichtig! Da die "Pille" Leberschäden
verursachen kann, ist im Prinzip von der Einnahme abzuraten. Auch eine
Spirale ist nicht ganz unproblematisch, da ein erhöhtes Risiko für
Gebärmutterentzündungen besteht. Am günstigsten ist somit, das Kondom
zu benutzen.
Einnahme von Medikamenten:
Nur Medikamente verwenden, die der Arzt auch
verordnet hat. Viele Medikamente verändern den Cyclosporin A Spiegel im
Blut. Damit besthet eine Gefahr der Überdosierung und einer Abstoßung.
Da viele Hausärzte dies nicht im Detail wissen, sollte man in der
Transplantationsambulanz der jeweiligen Klinik anrufen.
Reisen:
Ab 6 bis 12 Monate nach der Transplantation
kann man einen 2 bis 3 wöchigen Urlaub planen. Bei der Wahl sollte man
möglichst auf guten hygienischen Standard in den Reiseländern achten.
Entwicklungsländer sollten gemieden werden.
Ratschläge für die Reise:
Mitnahme der
Medikamente
Telefonnummer,
unter der man seinen Arzt erreichen kann
Medikamente
gegen Durchfall oder Übelkeit
Meiden von
Sonne und Benutzung von Sonnencremes mit hohem Lichschutzfaktor
Impfungen
Veränderung des Sehvermögens:
Oft ändert sich nach Transplantation die
Sehschärfe, so dass eine neue Brille notwendig ist. Man sollte aber
noch 3- 6 Monate warten, weil durch Medikamente die Sehschärfe sich
noch in dieser Zeit ändern kann. Durch Kortisonpräparate kann ein
Grüner Star (Glaukom) oder Grauer Star (Katarakt) kommen.
Empfehlenswert sind deshalb regelmäßige Augenarztkontrollen mit
Augeninnendruckmessungen.
Besuche beim Zahnarzt:
Bei Ihrem Zahnarzt sollte man sich zu
regelmäßigen Kontrollen und Reinigung der Zahnzwischenräumen
vorstellen. Vor Ziehen eines Zahnes ist eine dreitägige Gabe von
Antibiotika sinnvoll, beginnend einen Tag vor der Behandlung.