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Organspende rettet Leben

 

 

 

 

 

 

 

 

Pressemitteilung

SZ- Bericht vom 20.4.2002

Mittel gegen Abstoßung von Spenderorganen

Berlin/Basel. Forscher der Berliner Universitätsklinik Charite haben nach eigenen Angaben erfolgreich ein neues Mittel gegen die Abstoßung transplantierter Organe getestet. Das teilte die Charite mit. Bis zu dem Einsatz in der Praxis können jedoch noch Jahre vergehen. Der Mitteilung zufolge sorgt die Substanz mit dem vorläufigen Namen "FTY" dafür, dass sich bei den Empfängern der Organe ein Teil der weißen Blutkörperchen aus dem Blut zurückzieht. (dpa)

Quelle: Sächsischen Zeitung

SZ- Bericht vom 31.5.2002

Organspende hat kein schlechtes Image

Organspende rettet Leben, doch es fehlen immer häufiger Spendeorgane. Darauf hat das Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation (KfH) zum Tag der Organspende am 1.Juni hingewiesen. "Auf der Warteliste für ein Spenderorgan, wie eine Niere, ein Herz oder eine Lunge, stehen derzeit rund 14000 Patienten", sagte Wilhelm Schoeppe, Vorstandsvorsitzender des KfH. Dabei sind die Spenderzahlen nach Angaben der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO) im vergangenen Jahr um 3 Prozent auf 3233 Organspenden gestiegen. "Da ein transplantiertes Organ nicht unbedingt ein Leben lang hält, benötigen Patienten mitunter mehrere Spenderorgane", sagt Schoeppe. Dies sei ein Grund, warum die Wartelisten für eine Niere länger werden. Immer mehr Patienten würden somit dialysepflichtig. "Im Durchschnitt funktioniert eine transplantierte Niere zehn Jahre", sagt Schoeppe. Passt das transplantierte Organ gewebemäßig besonders gut zum Patienten, könne es bis zu 30 Jahre funktionieren. Das Image der Organspende ist in der deutschen Bevölkerung gar nicht mal so schlecht. So hatte eine forsa- Studie ergeben, dass über 80 Prozent aller Bundesbürger der Organspende positiv gegenüber stehen, fast 70 Prozent wären bereit, sich nach ihrem Tod Organe entnehmen zu lasen. "Leider tragen aber nur 12 Prozent einen Organspendeausweis bei sich, so dass im Todesfall oftmals die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen des verstorbenen gefragt werden", sagt Martin Molzahn, Vorstandsvorsitzende der DSO. Laut Schoeppe können die Angehörigen aber oft in ihrer Trauer solch eine Entscheidung nicht treffen. Es sei besser, sich zu Lebzeiten mit dem Thema auseinander zu setzen und einen Organspendeausweis mit sich zu tragen. Dabei braucht niemand Angst zu haben, dass Organe bereits vor Eintritt des Todes entnommen werden. Zwei Ärzte müssen erst unabhängig voneinander den Hirntod feststellen. (AP)

Quelle: Sächsischen Zeitung

Berliner Morgenpost- Bericht vom 15.12.2002

Ärzte fordern Geld für Organspender

"Internationaler Kongress zur Ethik in der Organtransplantation" plädiert für "angemessene Kompensation"

München - Eine neue Diskussion über die Bezahlung von Organspenden spaltet die Transplantationsmedziner in Deutschland und international in 2 Lager. Wer nach seinem Tod Nieren, Herz oder Leber zur Verfügung stellt, helfe damit nicht nur schwer kranken Menschen, stellt der Essener Transplantationsarzt Christoph Broelsch fest. "Ein Organspender spart der Sozialgemeinschaft etliche hunderttausend Euro an Behandlungskosten", argumentiert der Medizinprofessor. Deshalb fordert Broelsch eine Zahlung von mind. 10000 Euro an die Hinterbliebenen von Organspendern. Damit würde die Bereitschaft in der Bevölkerung steigen, sich nach dem Tod Organe entnehmen zu lassen, sagte er beim "Internationalen Kongress zur Ethik in der Organtransplantation" in München. Aber auch bei der Übertragung von Nieren und Teilen der Leber von gesunden Spendern auf kranke Menschen, der so genannten "Leberndspende", solle Geld fließen fordert Broelsch. Das Risiko von Lebendspendern sei inzwischen zwar sehr gering. Doch sollte eine Zahlung ihre Entscheidung "leichter machen", sagte der Transplanationsarzt- " auch um die anschließende Erholungsphase zu bezahlen". Zumindest mit dieser Forderung steht Broelsch nicht alleine. Die rund 250 Teilnehmer des Kongresses verab­schiedeten eine Resolution, nach der eine „angemessene Kompensation für Schmerzen und Unannehmlichkeiten, die Lebendspender erleiden, ethisch akzeptabel ist". Wissenschaftler aus dem Ausland gehen noch weiter. Die britische Bio-ethik-Professorin Janet Radcliffe Ri­chards hält die Freigabe eines Handels mit Organen von Lebendspenden für logisch zwingend. „Wenn Käufer und Verkäufer das Geschäft als vorteilhaft empfinden, und kein Dritter Schaden nimmt, warum sollten wir andere uns dazwischen stellen", fragt sie. Ein Or­gan-Schwarzmarkt, der bereits jetzt auf internationaler Ebene existiere, könne nur auf eine Weise bekämpft werden. Durch eine Legalisierung des Handels mit Organen. Der Münchner Transplantationskongress folgte diesem Gedanken zu­mindest teilweise und forderte „lokale Modelle", in denen bezahlte Lebend-Transplantationen zugelassen werden sollen. Damit könne „die Wahrschein­lichkeit eines ungeregelten Handels verringert" werden, hofft die Mehrheit der Kongressteilnehmer. Bei vielen Medizinern stößt die Dis­kussion um die Kommerzialisierung der Organtransplantation jedoch auf entschiedenen Widerstand. „Es ist ab­solut töricht anzunehmen, man könnte einen Bereich staatlich regeln, in dem es um das Überleben und um sehr viel Geld geht", betont Professor Gundolf Gubernatis von der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Er werde sich dafür einsetzen, dass es zumindest um das deutsche Trans­plantationsgesetz keine neue Diskussi­on gibt. Als es vor fünf Jahren verab­schiedet wurde, hatte der Bundestag jede Form der Bezahlung von Organ­spenden verboten.

Quelle: Berliner Morgenpost

SZ- Bericht vom 2.8.2003

Mehr Organspenden

Neu-Isenburg/Leipzig Die Zahl der Organspenden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist in diesem Jahr deutlich angestiegen. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation sei die Zahl derer, die sich für eine Organspende nach Ihrem Tod zur Verfügung stellen, um 20 Personen auf 87 gestiegen. In den drei Ländern seien in diesem Jahr 162 Transplantationen vorgenommen worden.

Quelle: Sächsischen Zeitung

Wolfsburger Nachrichten - Bericht vom 24.2.2004

"Es geht nur ums Überleben"

12 000 Menschen warten in Deutschland auf ein Organ – Es gibt zu wenig Spender

Von Katrin Teschner

BRAUNSCHWEIG.  Zwei Patienten starben nach einer Transplantation an Tollwut, ein dritter Patient in Marburg ringt mit dem Tod. Experten diskutieren nun, ob es strengere Regelungen für die Organspende geben muss.

Der Tollwut-Fall zeigt, dass Ärzte immer häufiger vor einem Problem stehen: Weil es zu wenig Spender gibt, müssen sie sogar Nieren oder Leber von "problematischen Spendern" transplantieren. In Deutschland warten rund 12 000 Menschen auf ein Organ. Doch nur 4000 wurden im Jahr 2003 verpflanzt.

Die jetzt Verstorbenen hatten Organe von einer 26-Jährigen erhalten, die Drogen genommen hat: Kokain und Ecstasy. Mit Tollwut hatte sie sich wahrscheinlich auf einer Indien-Reise infiziert.

"Unter dem Druck des Organmangels ist Drogenkonsum kein Ausschluss-Grund", bestätigt Professor Werner Lauchart, Geschäftsführender Arzt bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). "Sonst dürften wir kein Organ aus Holland holen, wo es Marihuana an jeder Straßenecke gibt." Als Risikogruppe werden allerdings Langzeit-Drogenabhängige eingestuft, die sich Rauschgift spritzten.

Nach Richtlinien der Bundesärztekammer müssen Organe unter anderem auf HIV, Hepatitis B und C und auf Blutvergiftung getestet werden. Auch wird geklärt, ob Tumoren vorliegen. Eine feste Liste mit Erkrankungen gibt es nicht.

Der Bundesverband der Organtransplantierten spricht sich für Tollwut-Schnelltests aus. "Doch wichtiger ist es, die Patienten über die Risiken zu informieren, damit sie sich auf Tollwut impfen lassen", sagt Burkhard Tapp von der Regionalgruppe Niedersachsen. Die Patienten nehmen Risiken in Kauf: "Ihnen geht es nur ums Überleben."

HINTERGRUND

Von Katrin Teschner

"Es gibt keine Zweifel, wenn man oben auf der Warteliste steht", sagt Ilona Glindemann. "Es geht ums Überleben." Die Gifhornerin litt unter einer seltenen Leber-Erkrankung, dem Budd-Chiari-Syndrom. Vor mehr als drei 

Jahren stellten Ärzte der medizinischen Hochschule Hannover fest, dass ihre Leber schon zur Hälfte mit Blutgerinnseln zugesetzt war. Kurz darauf fiel die Leber aus. Plötzlich stand Ilona Glindemann auf Platz eins der Warteliste in Europa. Innerhalb von drei Tagen hatte sie ein Spenderorgan.

"Ich hatte Glück. Es geht mir den Umständen entsprechend gut", sagt sie heute. Sie hat eine Selbsthilfegruppe gegründet und möchte Patienten wie Angehörigen Mut machen. Sie weiß, dass andere Leberkranke wesentlich länger auf ein Organ warten müssen, oft mehr als ein Jahr. Es gibt zu wenig Spender in Deutschland – und zu viele Patienten. Rund ein Drittel stirbt noch auf der Warteliste.

"Patienten kennen Risiken"

"Die Patienten wissen um die Risiken einer Transplantation", sagt auch Burkhard Tapp von der Regionalgruppe Niedersachsen des Bundesverbands der Organtransplantierten. Die Organe werden zwar auf Krankheiten getestet, aber die Ärzte können die Geschichte eines Spenders nicht zurückverfolgen. Sie können auch nicht kontrollieren, in welche Länder sie gereist sind. Die 26-jährige Spenderin der jetzt Verstorbenen soll sich in Indien mit Tollwut infiziert haben. Doch die Infektion ist schwer nachzuweisen, ein Test äußerst zeitaufwändig. "Die Patienten nehmen Risiken in Kauf", ist Tapp überzeugt. "Ein neues Organ ist für sie die letzte Chance."

Mit Sorge verfolgt Tapp deswegen die Diskussion um die Tollwut-Fälle. "Wenn das Thema Organspende durch die Medien geht, dann hat das immer Auswirkungen auf die Spendenbereitschaft", sagt er.

Deutschland liegt mit 13 Organspenden pro Million Einwohner ohnehin im unteren Bereich. In Belgien und Österreich kommen immerhin 25 Organspenden auf eine Million Einwohner. In diesen Ländern müssen sich Patienten vor ihrem Tod ausdrücklich gegen eine Organspende aussprechen. In Deutschland müssen sie angeben, ob sie zu einer Spende bereit sind. Wenn sie keinen Spenderausweis besitzen, werden nach dem Tod die Angehörigen gefragt.

Angst vor Missbrauch

Doch die Angst vor Missbrauch ist groß. "Viele Angehörige fürchten, dass Organe entnommen werden, bevor der Patient tot ist", sagt Professor Otto-Albrecht Beck, Ärztlicher Direktor des Klinikums Peine. Dabei gibt es strenge Regeln: Organe dürfen erst entnommen werden, wenn der Hirntod feststeht, zwei unabhängige Ärzte prüfen das.

Die Krankenhäuser melden den Organisationszentralen der Deutschen Stiftung Organtransplantation, wenn sie Spenderorgane haben. Das Klinikum Peine kann pro Jahr fünf Spender melden, aber nur eine Organspende überführen. "Oft auch, weil Angehörige Nein gesagt haben", sagt Beck. Er wirbt deswegen für mehr Sensibilität: "Wer im Notfall selbst Hilfe bekommen will, sollte auch zum Spenden bereit sein."

Quelle: Wolfsburger Nachrichten vom 24.2.2005

 

Leber nach LTX
Vereinter Gallengang von Spender und Empfänger, vereinte Leberarterie, T-Drain im Gallengang.

 

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