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Cyclosporin A

Tacrolimus

Sirolimus  

Everolimus         

Sonstige

Medikamente nach der Transplantation

Damit das neues Organ nicht abgestoßen wird, müssen in Zukunft regelmäßig immunsupressive Medikamente eingenommen werden. Dieses Medikament setzt die Immunabwehr herab und verhindert, dass das Immunsystem das neue Organ angreift. Beim Absetzten der immunsuppresiven Medikamente können  die "attackierenden Zellen" zu jeder Zeit wieder aktiv werden und das  neues Organ abstoßen. Auch viele Jahre nach der Transplantation, wenn einem das Organ gar nicht mehr fremd scheint, müssen diese Medikamente mit gleicher Präzision regelmäßig und zuverlässig eingenommen werden. Heutzutage gibt es viele neue, wirksame Medikamente. Welche Medikamente man erhält, wird individuell mit dem Patienten abgewogen. Kurz nach der Transplantation werden die Medikamente oft in einer recht hoher Dosis verabreicht. Im Verlauf des ersten halben Jahres wird dann die Dosis langsam reduziert, und es treten weniger Nebenwirkungen auf. Da alle immunsuppresiven Medikamente die Immunabwehr herabsetzen sollen, um eine Abstoßung des Organs zu vermeiden, wird naturgemäß gleichzeitig auch die Immunabwehr gegen Infektionen reduziert.

Cyclosporin A (Sandimmun Optoral)

In den Sandimmun- Optoral Kapseln ist der Wirkstoff Cylosporin A enthalten (oft abgekürzt als CyA). Das Cyclosporin ist eines der wirkungsvollsten Medikamente zur Verhinderung von Abstoßungen und stellt oft die wichtigste Säule der immunsuppresiven Therapie dar. Seit der Einführung des CyA vor ca. 15 Jahren können Abstoßungsreaktionen sehr viel wirksamer vermieden werden, so dass langfristig eine bessere Funktion des Transplantats gewährleistet ist. Es blockiert eine spezielle Art von weißen Blutkörperchen, die sogenannten T- Lymphozyten in Ihrer Abwehrfunktion.  

Dosierung: Es gibt Sandimmun Optoral in 4 verschiedenen Kapseln, als 100mg, 50mg, 25mg und als 10mg oder auch in flüssiger Form. Das Medikament kann mit verschiedenen Getränken, wie Milch, Wasser oder Säften, möglichst jedoch nicht mit Grapefruchtsaft, eingenommen werden. Das Medikament wird zweimal täglich eingenommen. Zwischen den Einnahmen sollten möglichst genau 12 Stunden liegen.

Messung des CyA- Spiegels: Die Sandimmun Optoral Dosis, die man einnehmen muss, richtet sich nach dem Cyclosporinspiegel im Blut, der bei jeder Blutuntersuchung bestimmt wird. Der Blutspiegel, der als Richtwert zur Einstellung der Therapie herangezogen wird, ist der niedrigste Spiegel am Tage (Talspiegel) und wird direkt vor Einnahme der nächsten Dosis ermittelt. Es ist also wichtig das Medikament nicht vor der Abnahme des Blutes einzunehmen!!! Um den gleichen Wirkspiegel im Blut zu erreichen, sind bei unterschiedlichen Personen in Abhängigkeit von der Aufnahme des Medikamentes über den Darm und den Abbau in Leber und Niere unterschiedliche Mengen erforderlich. Der angestrebte Blutspiegel richtet danach, wie lange die Transplantation her ist, welche anderen Medikamente noch verabreicht werden und wie gut die Nierenfunktion ist. Insbesondere durch Antibiotika kann der Blutspiegel verändert werden, deshalb sollte in dieser Zeit der Blutspiegel häufiger kontrolliert werden.

Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, hoher Blutdruck, Zittern der Hände, verstärktes Haarwachstum, Nierenfunktionsstörungen, Schwellung des Zahnfleisches, Anstieg des Cholesterins.

Tacrolimus (Prograf)

Tacrolismus (früher FK 506), im Handel unter dem Namen Prograf, wird von einem Pilz gewonnen. Es ist ein etwas neueres Medikament als Sandimmun Optoral, welches aber ähnlich wie dieses wirkt. Die immunsuppressive Wirkung von Tacrolimus ist sogar etwas stärker. Es kann nicht nur zur Verhinderung von Abstoßungsreaktionen, sondern auch zur wirkungsvollen Behandlung von akuten und chronischen Abstoßungen eingesetzt werden.

Dosierung: Tacrolimus ist als 0,5mg, 1mg und 5mg Tabletten erhältlich. Es sollte ebenso wie Cyclosporin zweimal täglich im Abstand von 12 Stunden eingenommen werden.

Messung des Tacrolimus- Spiegels: Erfolg wie bei der Messung vom CyA- Spiegels.

Nebenwirkungen: Grundsätzlich ähneln die Nebenwirkungen von Tacrolimus denen des Cyclosporins. Allerdings kommt es nicht zu so starken Haarwachstum und das Cholesterin steigt weniger strak an. Anderseits kann Tacrolimus aber den Blutzucker erhöhen und damit diabetische Stoffwechsellage hervorrufen.

Sirolimus (Rapamune)

Sirolimus ist ein Immunsuppressivum mit einem neuen Wirkmechanismus (mTOR-Inhibition), das die Vermehrung und Aktivierung von Lymphozyten (körpereigene Abwehrzellen) verhindert. Sirolimus ist angezeigt für die Prophylaxe der Organ-Abstoßung bei erwachsenen Patienten mit einem geringen bis mittelgradigen immunologischen Risiko, die ein Nierentransplantat erhalten. Rapamune sollte initial in Kombination mit Ciclosporin Mikroemulsion und Kortikosteroiden für die Dauer von 2 bis 3 Monaten angewendet werden. Rapamune kann zusammen mit Kortikosteroiden im Rahmen einer Erhaltungstherapie fortgeführt werden, wenn es möglich ist, Ciclosporin stufenweise abzusetzen. Allgemein gute Verträglichkeit, besonders im Vergleich mit Standardmedikamenten. Vor allem die fehlende nierenschädigende und fehlende blutdrucksteigernde Wirkung zeichnet Sirolimus aus. Soll nicht mit Grapefruitsaft eingenommen. 

Dosierung: Flasche zu 60ml Lösung (1mg/ml Sirolimus) Tabletten a 1 mg (Pack. mit 30 St.; N1; oder mit 100 St., N3) Tabletten a 2 mg (Pack. mit 100 St., N3) 

Messung des Sirolimus- Spiegels: Die genaue Dosierung geschieht nach Blutspiegel-Monitoring (Zielwert: 4-20 ng/ml)

Nebenwirkung: Bauchschmerzen, Flüssigkeitsansammlung im Bereich der Nieren, schneller Herzschlag, Schwellungen, Durchfall, Entzündungen der Mundschleimhaut, anormale Wundheilung, Gelenkschmerz, Knochenentartung, Nasenbluten, Akne, Hautausschlag und Infektionen.

Everolimus (Certican)

Everolimus wird zur Vorbeugung der Transplantat-Abstoßung nach einer Nieren- oder Herztransplantation bei erwachsenen Patienten eingesetzt, die ein geringes bis mittelgradiges immunologisches Risiko aufweisen. Wird in Kombination mit Ciyclosporin und Kortison gegeben. Das Medikament ist noch sehr neu auf dem dem Markt.

Dosierung:  Certican gibt es als 0,25 mg, 0,50 mg und 0,75 mg Tabletten. Sie gibt es als 50 Stück (N2) und 100 Stück (N3).

Messung des Everolimus-Spiegels: Sollte regelmäßig im Transplantationszentrum durchgeführt werden. Tabletten sollten immer zusammen mit dem Cyclosporin eingenommen werden und ohne Grapefruitsaft.

Nebenwirkungen: Virale, bakterielle und Pilz- Infektionen, Verminderung der Anzahl weißer Blutkörperchen, erhöhte Blutfette, Bluthochdruck, Lungenentzündung, Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Akne.

Weitere Medikament (Kortison u.s.w.)

Kortison- Präparate Unter der Gruppe der Kortikosteroide werden verschiedene Kortisonpräparate zusammen gefasst. Hierzu gehören das häufig verabreichte Methylprednisolon (Urbason) oder Prednisolon (Decortin), welches man möglicherweise lebenslang einnehmen muss. Durch die entzündungshemmende Wirkung verringern sie die Gefahr der Abstoßung.

Dosierung: Je nach dem wie lange die Transplantation zurückliegt.

Nebenwirkung: Magenbeschwerden, Erhöhung des Blutzuckers, erhöhter Blutdruck, gesteigerter Knochenabbau (Osteoporose), Veränderung des Sehvermögens, Stimmungsschwankungen, Akne, erhöhte Sonnenempfindlichkeit.

Azathioprin (Imurek) Azathioprin verringert die gefahr der Abstoßung, indem es die Vermehrung von Körperzellen, insbesondere der immunologisch bedeutsamen weißen Blutkörperchen, vermindert.

Dosierung: Azazthioprin gibt es als 25mg und 50mg Tabletten.

Nebenwirkungen: Abnahme der Zahl der weißen Blutkörperchen und Blutplättchen, Haarausfall, Gelenkschmerzen, Erhöhung der Bauchspeicheldrüsenwerte.

Mycophenolatmofetil (Cellcept) Cellcept verhindert ähnlich wie Azathioprin die Vermehrung der weißen Blutkörperchen. Es wirkt jedoch spezifischer indem es andere Körperfunktionen nicht beeinflusst. Es wird deshalb dem Azathioprin vorgezogen.

Dosierung: Die Tagesdosis wird meist in zwei oder drei Einzelgaben verabreicht.

Nebenwirkungen: Durchfall, Verminderung der weißen und/oder roten Blutkörperchen. Infektionen und Erbrechen

Desweiteren werden für viele transplantierte Patienten Medikament zur Ergänzung notwendig. Magensäurehemmer, Magnesium, Calcium, Vitamin D usw.

 

 

 

 

 

 

 

 

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