Leberkrankheiten

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Lebererkrankungen

 
 

Leberzirrhose

Die häufigste Erkrankung, die eine Lebertransplantation bei Erwachsenen notwendig macht. Eine Leberzirrhose entsteht, wenn durch eine chronische Leberentzündung Leberzellen absterben und durch narbiges Bindegewebe ersetzt werden. Folge ist, dass die Leber durch Narbengewebe knotig verändert aussieht. Die Entwicklung einer Leberzirrhose ist ein ein langsam fortschreitender Prozess und kann als Folge verschiedener Erkrankungen entstehen. Eine Wiederherstellung  der Leberstruktur, d.h. eine Genesung des Organs durch medikamentöse Auflösung des Narbengewebes, ist bisher leider nicht möglich.

Hepatitis B, C, D

In über 40% der Fälle sind Leberentzündungen durch Viren die Ursache für die Entstehung einer Leberzirrhose. Alle diese Hepatitisviren sind - im Gegensatz zum Hepatitis A Virus - durch Blut, über Sexualkontakt oder von Mutter auf Kind übertragbar. Der Verlauf der chronischen Hepatitis B und C kann sehr unterschiedlich sein. Nur in einigen Fällen entwickelt sich eine Leberzirrhose. Dieses scheint davon abhängig zu sein, wie aktiv die Entzündung in der Leber ist und wie schnell und wie viele Leberzellen zerstört werden. Eine Leberzirrhose kann über viele Jahre unerkannt bleiben und keinerlei Beschwerden verursachen, da die Leber auch noch funktioniert, wenn mehr als die Hälfte der Leberzellen zerstört sind. Erst im Endstadium der Leberzirrhose entwickeln sich lebensbedrohende Komplikationen, wie Aszites oder Ösophagusvarizen- Blutungen, die dann schließlich eine Transplantation notwendig machen. Leider ist die Hepatitis B und C mit der Transplantation nicht vollständig geheilt. Da die Viren nicht ausschließlich in der Leber vorkommen, werden sie mit Ersatz der Leber nur unvollständig aus dem Körper entfernt. Sie können erneut das transplantierte Organ infizieren. Das bedeutet aber nicht, dass es  dann zu einer schnellen Schädigung des Transplantats kommt. In der Regel dauert es sehr viele Jahre bis - wenn überhaut - wieder ein Leberschaden eintritt. 

Autoimmune Hepatitis

Bei der autoimmunen Hepatitis richtet sich das Immunsystem des Körpers versehentlich gegen die eigenen Leberzellen und tötet diese ab. Besonders junge Frauen sind von dieser Erkrankung betroffen. Als erstes Symptom tritt häufig plötzlich eine Gelbsucht ohne Fieber auf und ohne Schmerzen auf. Unter Behandlung mit Kortison und Azathioprin, beides Medikamente, die die Immunabwehr herabsetzten, bessert sich die Erkrankung in der Regel. Manchmal kommt es zur vollständigen Ausheilung. Es kann sich aber auch über viele Jahre eine Leberzirrhose entwickeln, die schließlich eine Transplantation erforderlich macht.

Primär Biliäre Zirrhose

Dies ist eine chronische Erkrankung, die in über 90% der Fälle bei älteren Frauen auftritt. Sie führt zur Zerstörung der kleinen Gallekanälchen in der Leber. Die Ursache dieser Erkrankung ist unbekannt. Es wird vermutet, dass sich das Immunsystem des Körpers versehentlich gegen die eigenen Gallengangszellen richtet und diese zerstört. Typischerweis treten als erste Symptome der Erkrankung Juckreiz, Gelenkbeschwerden und eine ausgeprägte Müdigkeit auf. Erst sehr spät entwickelt sich eine Gelbsucht. Der Verlauf der Erkrankung kann durch die Einnahme der Gallensäure Ursodesoxycholsäure (Ursofalk) verzögert werden. Oft sind Patienten über 60 Jahre alt, wenn eine Transplantation notwendig wird.

Primär Sklerosierende Cholangitis (PSC)

Im Gegensatz zur Primär Biliären Zirrhose betrifft die PSC vor allem junge Männer. Es kommt hierbei zur Zerstörung der Gallengänge in der Leber, so dass die Galle nicht mehr richtig in den Darm gelangen kann. Die Ursache dieser Erkrankung ist nicht bekannt. Eine autoimmune Genese, bei der sich das körpereigene  Abwehrsystem gegen Gallengangszellen richtet, wird auch bei dieser Erkrankung vermutet. Oft kommt es als erstes Symptom der Erkrankung zu einer Gallengangsenzündung (Cholangitis), die sich durch Fieber, Gelbsucht und Oberbauchbeschwerden bemerkbar macht. Etwa 10-15 Jahre nach Diagnosestellung der Erkrankung besteht das Risiko, dass sich ein bösartiger Tumor, ein sogenanntes cholangiozelläres Karzinom in den Gallengängen ausbildet. Eine Transplantation sollte unbedingt vor Entstehung eines solchen Tumors durchgeführt werden, da der bösartige Tumor nach Transplantation meist sehr schnell wiederkommt. Die Einnahme der Gallensäure Ursodesoxycholsäure (Ursofalk) kann den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen. Zusätzlich besteht bei vielen Personen mit PSC eine chronisch entzündliche Darmerkrankung (Colitis ulcerosa), die sich durch Durchfälle bemerkbar machen kann.

Stoffwechselerkrankungen

Außer den sogenannten Erkrankungen können auch viele andere, seltenere Lebererkrankungen zur Leberzirrhose führen. Hierzu gehören z.B. eine Eisenspeichererkrankung (Hämochomatose), oder eine Kupferstoffwechsel- Erkrankung (Morbus Wilson). Durch Blut- und Urinuntersuchungen kann meist (oft zu spät) festgestellt werden, ob eine dieser Erkrankungen vorliegt. Eventuell muss zusätzlich eine Lebergewebeprobe genommen werden.

Angeborene Fehler der Leber/Galle

Die häufigste Erkrankung die bei Kindern eine Transplantation notwendig macht, ist die Gallengangsatresie. Hierbei handelt es sich um eine Fehlanlage der Gallengänge, so dass die Galle nicht normal in den Darm gelangen kann. Die Erkrankung macht sich oft bereits in der 2. bis 3. Lebenswoche mit Gelbsucht, hellen Stühlen und dunklem Urin bemerkbar, kann aber auch später auftreten. Im Verlauf treten Gedeihstörungen der Kinder auf. Unbehandelt sterben Kinder mit Gallengangsatresie häufig vor Ende des 2. Lebensjahres.

 

 


Leberzirrhose                   

Durch Absterben von Lebergewebe und Ausbildung  von narbigen Bindegewebe erhält die zirrhotisch veränderte Leber typischerweise ein knotiges Aussehen. Knoten, die einmal entstanden sind, bilden sich nicht mehr zurück.


Lebertumor

Bei schwerer Leberzirrhose und Hepatitis können manchmal Lebertumore auftreten.


Alkoholmissbrauch

Regelmäßiger Konsum von Alkohol kann zu einer Schädigung der Leber führen. Eine sogenannte alkoholtoxische Leberzirrhose. Bei schon vorhandenen Leberkrankheiten können bereits sehr geringe Mengen Alkohol sehr großen Schaden zufügen.


 

 

 

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