Geschichte
Am
3. Dezember 1967 wurde in Kapstadt die weltweit erste Herztransplantation
vorgenommen: Der südafrikanische Chirurg Christiaan Barnard übertrug dem 50jährigen
Louis Washkanski ein Herz, das jedoch nur 18 Tage schlug. Im folgenden Jahr
wurden über 100 Herztransplantationen in mehr als 22 Ländern vorgenommen,
jedoch fast immer ohne langfristigen Erfolg. Die meisten Patienten starben in
den ersten vier Monaten nach dem Eingriff. Die erste Herztransplantation in
Deutschland wurde 1969 von Fritz Sebening und Werner Klinner an der damaligen
Zenker-Klinik durchgeführt. Erst in den achtziger Jahren, nach der Einführung
von effektiven, risikoarmen immunsuppressiven Medikamenten, werden die
Herztransplantations-Programme ausgeweitet.
Im
Jahr 2002 wurden in Deutschland 395 Herztransplantationen in 26 Kliniken
durchgeführt. 2002 wurden 605 Patienten neu zur Transplantation angemeldet.
Empfänger
Eine Herztransplantation wird in
Betracht gezogen, wenn ein Patient an fortgeschrittenem Herzversagen leidet, das
durch andere therapeutische Maßnahmen nicht mehr zu bessern ist. Fast die Hälfte
der Patienten leiden nach mehreren ausgedehnten Herzinfarkten an einer ischämischen
Kardiomyopathie, dem Endstadium der koronaren Herzkrankheit. Bei fast 50% liegt
eine dilatative Kardiomyopathie vor, oft nach einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis).
Seltener sind Herzklappenfehler oder angeborene Herzfehler.
Unterstützungssysteme
Um die Wartezeit auf ein Spenderorgan
zu überbrücken und den Allgemeinzustand des Patienten zu verbessern, werden künstliche
Herzpumpen eingesetzt. Sie unterstützen die Pumpfunktion des Ventrikels.
Herz-Lungen-Transplantation
Bei irreversiblen Erkrankungen von Herz
und Lunge ist eine Transplantation beider Organe angezeigt. Die Primärerkrankung
kann das Herz betreffen, z.B. angeborenene Herzfehler, und zum Bluthochdruck in
der Lunge führen. Lungenerkrankungen können eine Herzinsuffizienz bedingen,
z.B.: Fibrose oder Emphysem. Die Patienten leiden unter schwerer Atemnot und
starkem Gewichtsverlust.
Konservierung
und Spenderkriterien
Als Spender kommen nur Verstorbene in
Frage, deren Herz nicht durch eine Vorerkrankung geschädigt ist. Wichtig ist
eine weitgehende Übereinstimmung der Größe von Spender- und Empfängerherz.
Die Konservierungszeit sollte maximal 4 bis 8 Stunden betragen.
Ergebnisse
Nach einem Jahr funktionieren noch 72% der transplantierten Herzen, nach 5
Jahren sind es 62%. Die Haupttodesursachen sind eine chronische Abstoßung des
Organs und Herzinsuffizienz. Nur eine Retransplantation kann den Patienten
retten.
Quelle: Deutsche Stiftung Organtransplantation, www.dso.de